Am 27. März 1871 wurde Konsul Manns erster Sohn geboren. Wäre es nach dem Willen des Vaters gegangen, hätte er Abitur machen und Jurist werden sollen mit Aussicht auf ein Amt als Bürgermeister der Freien und Hansestadt Lübeck. Es kam anders, Heinrich wurde das literarische Gewissen des politischen Deutschlands im 20. Jahrhundert. Niemand hat, wie er, den Untergang des Kaiserreichs unter Wilhelm II. heraufziehen sehen und dagegen mit den Mitteln schärfster Satire angeschrieben, niemand hat, wie er, versucht, die Republik, die sich selbst nicht mochte, zu verteidigen, niemand hat, wie er, bis zur Flucht aus Frankreich 1940 versucht, mit mahnenden Worten das Trennende der großen Volkparteien SPD und KPD zu überwinden, um Hitlers Kriege in letzter Minute zu verhindern. Heinrich Mann ist dabei weder zum Klassenkämpfer, noch zum philosophischen Materialisten geworden. Er glaubte, dass in Europa Ideen das Licht der Welt erblickt haben, die seit 400 Jahren für jedermann verheißungsvoll sind und zugleich für jeden poltisch denkenden und handelnden Menschen moralisch bindend: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Güte. Hätte man Heinrich Mann zugerufen, ein guter deutscher Bürger hält sich politisch an die Mitte, hätte er humorlos erwidert: „Blödsinn, er setzt sich ein für das politisch Gute!“ Und das bedeutet in seinem Sinne: Die Lage des Menschen erkennen, die Not der Mehrheit sehen und diese zu bessern sich bemühen.

Der Förderverein Buddenbrookhaus gratuliert und empfiehlt einen Besuch auf den Internetseiten der Heinrich-Mann-Gesellschaft. Dort finden Interessierte unter anderem ein Gespräch von drei Damen aus dem Buddenbrookhaus, Birte Lipinski, Caren Heuer und Britta Dittmann über den Jubilar.